Doppelte Buchhaltung für Einsteiger: das Konto
Welche Funktion erfüllt ein Konto?
Auf jedem Konto werden Geschäftsfälle einer bestimmten Kategorie verbucht. Am besten verständlich wird das mit Beispielen:
Auf dem Konto «Fahrzeuge» werden Käufe und Verkäufe von Fahrzeugen verbucht. Auch Wertverluste (Abschreibungen) werden da erfasst. So ist mit einem Blick erkennbar, wie viel Wert die eigenen Fahrzeuge haben.
Das Konto «Fahrzeuge» ist ein Bilanz-Konto der «Aktiven» – also ein Vermögensposten.
Auf dem Konto «Fahrzeugaufwand» hingegen werden Reparaturkosten, Benzin und Versicherungsprämien verbucht. Das Konto zeigt also, wie viel die Fahrzeuge kosten.
Das Konto «Fahrzeugaufwand» ist ein Erfolgsrechnungs-Konto aus dem «Aufwand».
Auf dem Konto «Warenertrag» werden die Verkäufe von Handelswaren verbucht. Das Konto zeigt, wie viel Ertrag aus dem Verkauf von Handelswaren entstanden ist.
Das Konto «Warenertrag» ist ein Erfolgsrechnungs-Konto aus dem «Ertrag».
Das Konto «Bankkredit» zeigt, wie viel Geld der Bank geschuldet wird. Auf dem Konto werden Auszahlungen von Krediten als auch Rückzahlungen verbucht.
Das Konto «Bankkredit» ist ein Bilanz-Konto der «Passiven».
Verschiedene Konto-Arten
Oben sind bewusst 4 Beispiele erwähnt, um gleich auch zu zeigen, dass es 4 Grundarten von Konten gibt:
- Aktiv-Konten
Beispiele: Kasse, Bank, Post, Forderungen, Vorräte, Wertschriften, Fahrzeuge, Immobilien - Passiv-Konten
Beispiele: offene Lieferantenrechnungen, geschuldete Steuern oder Kredite, Eigenkapital - Aufwand-Konten
Beispiele: Wareneinkauf, Löhne, Mietzins, Fahrzeugunterhalt, Werbung, Abschreibungen - Ertrags-Konten
Beispiele: Produktionsertrag, Warenertrag, Dienstleistungsertrag, Immobilienertrag
Die Aktiv-Konten (kurz: Aktiven) werden in der T-Kreuz-Bilanz auf der linken Seite dargestellt, die Passiv-Konten (kurz: Passiven) auf der rechten Seite.
Die Aktiven werden unterteilt in Umlaufvermögen und Anlagevermögen.
Die Passiven werden unterteilt in kurzfristiges Fremdkapital, langfristiges Fremdkapital und Eigenkapital.

Die Aufwand-Konten werden in der T-Kreuz-Erfolgsrechnung auf der linken Seite dargestellt, die Ertrags-Konten auf der rechten Seite.
Auch Aufwand und Ertrag werden gegliedert bzw. logisch angeordnet – es gibt da aber keine so starke Abgrenzung wie in der Bilanz, weil:
Aufwand ist immer Aufwand – aber Umlaufvermögen (z.B. Bankguthaben) ist nicht das Gleiche wie Anlagevermögen (z.B. Maschine)

Soll und Haben
Ähnlich wie ein Auszug aus dem Bankkonto hat jedes Konto 2 Spalten, in welche die gebuchten Beträge eingetragen werden können. Die linke Spalte wird als «Soll» bezeichnet, die rechte Seite als «Haben».
Wichtig: «Soll» und «Haben» sind in der heutigen Buchhaltung nur Ersatzbegriffe für «links» und «rechts», sie stehen nicht für Plus oder Minus.
Ob die rechte Kontospalte Plus und die linke Kontospalte Minus ist oder nicht, ergibt sich aus der Art des Kontos. Es gelten folgende Regeln:
(nur mal lesen – nicht auswendiglernen!)
- Aktiv-Konten
Soll = Plus (Zunahme) | Haben = Minus (Abnahme)
Ein Eintrag in der linken Spalte des Kontos «Bank» bedeutet:
Es ist jetzt mehr Geld auf der Bank - Passiv-Konten
Soll = Minus (Abnahme) | Haben = Plus (Zunahme)
Ein Eintrag in der rechten Spalte des Kontos «Bankkredit» bedeutet:
Die Schulden bei der Bank sind grösser geworden. - Aufwand-Konten
Soll = Plus (Zunahme) | Haben = Minus (Abnahme)
Ein Eintrag in der linken Spalte des Kontos «Warenaufwand» bedeutet:
Es wurden Waren eingekauft, die Kosten haben zugenommen. - Ertrags-Konten
Soll = Minus (Abnahme) | Haben = Plus (Zunahme)
Ein Eintrag in der rechten Spalte des Kontos «Warenertrag» bedeutet:
Es wurden Waren verkauft, die Einnahmen haben zugenommen.
Wie oben erwähnt: auswendiglernen bringt nicht viel. Erfahrungsgemäss verwirrt es viele Einsteiger sogar, speziell dann, wenn das Rechnungswesen nicht flutscht bzw. nicht «im Blut liegt».
Die folgende Grafik erklärt die Buchungsregeln auf einen Blick. Und – keine Hemmung, diese herunterzuladen, auszudrucken und am Badezimmerspiegel oder über dem Bett aufzuhängen 🙂 :

Download Merkblatt:
Am Ende einer Periode werden die Soll- und Haben-Seite eines Kontos miteinander verglichen. Die Differenz wird Saldo genannt.
Beim Konto „Bank“ zeigt der Saldo, wie viel Geld auf dem Bankkonto vorhanden ist. Beim Konto „Warenertrag“ zeigt der Saldo, wie viel Warenertrag während der Periode erzielt wurde.
Warum es «doppelte» Buchhaltung heisst
In der doppelten Buchhaltung wird jeder Geschäftsfall auf zwei Konten eingetragen:
Ein Mal auf der Soll-Seite eines Kontos, ein Mal auf der Haben-Seite eines (anderen) Kontos.
Beispiel: Eine Firma verkauft Waren gegen Barzahlung für CHF 100.
Das Konto Kasse nimmt zu. Das Konto Warenertrag nimmt ebenfalls zu.
Welche zwei Konten bebucht werden, wird pro Geschäftsfall mit einem Buchungssatz bestimmt. Der Aufbau und die Funktion eines Buchungssatzes wird in diesem Beitrag erklärt.