Doppelte Buchhaltung für Einsteiger: Übersicht
Diese Beitragsserie erklärt detailliert die Grundlagen (die absoluten Grundlagen) der doppelten Buchhaltung:
- Was ist eine Bilanz? Was zeigt sie?
- Was ist eine Erfolgsrechnung? Was zeigt sie?
- Was ist ein Konto?
- Was ist Soll und Haben?
- Was ist ein Buchungssatz und wie wird dieser gebildet?
Die Buchhaltung heisst „doppelt“, weil jeder Geschäftsfall auf zwei verschiedenen Konten (siehe dazu unten) erfasst wird.
Der Gewinn oder der Verlust wird zudem doppelt gezeigt: ein Mal in der Erfolgsrechnung und ein Mal in der Bilanz. Auch dazu: weitere Details folgen!
Was ist eine Bilanz?
Eine Bilanz zeigt die folgenden Posten an einem bestimmten Stichtag (z.B. am 31. Dezember):
- Das vorhandene Vermögen am Bilanzstichtag
- Die vorhandenen Schulden am Bilanzstichtag
- Als Differenz dieser beiden Positionen:
das vorhandene Reinvermögen (Fachbegriff «Eigenkapital»)
Was ist eine Erfolgsrechnung?
Eine Erfolgsrechnung zeigt die folgenden Posten während einer bestimmten Zeitspanne (z.B. vom 1. Januar bis zum 31. Dezember):
- Wie viel Ertrag wurde während der Zeitspanne erwirtschaftet?
- Wie viel Aufwand ist während der Zeitspanne angefallen?
- Als Differenz dieser zwei Positionen:
Wie viel Gewinn oder Verlust ist während der Zeitspanne erzielt worden.
Was ist ein Konto?
Wer bisher noch nichts mit doppelter Buchhaltung zu tun hatte, kennt den Begriff «Konto» eher im Zusammenhang mit dem Bank- oder Postkonto.
Die doppelte Buchhaltung verwendet den Begriff «Konto» für alle einzelnen Positionen der Bilanz und der Erfolgsrechnung.
Was ist ein Konto? – Beispiele
Typische Konti sind «Kasse» und «Bank». Das ist intuitiv verständlich, weil – wie oben erwähnt – das eigene Geld auf einem Bankkonto liegt.
Weitere Konti aus dem Bereich «Vermögen» sind «Vorräte», «Maschinen» oder «Immobilien».
Auf der anderen Seite der Bilanz – in den Passiven – finden sich Konti wie «Bankschulden», «Rückstellungen» oder «Eigenkapital».
In der Erfolgsrechnung schliesslich finden sich Konti wie «Warenaufwand», «Lohnaufwand», «Mietaufwand» oder «Büromaterial» im Bereich Aufwand und «Produktionsertrag», «Handelsertrag» oder «Dienstleistungsertrag» im Bereich Ertrag.
Was ist Soll und Haben?
Soll und Haben bedeuten in der Buchhaltung nicht „schlecht“ und „gut“ und auch nicht einfach „Minus“ und „Plus“.
Sie bezeichnen zunächst nur die beiden Seiten eines Kontos:
Soll = linke Kontospalte
Haben = rechte Kontospalte
Die Begriffe «Soll» und «Haben» haben ihren Ursprung in der italienischen Kaufmannsbuchhaltung des Spätmittelalters.
Mit «Soll» und «Haben» waren damals nicht die Seiten eines Kontos – also links oder rechts – gemeint. Die Konten wurden im Mittelalter stark personenbezogen geführt – so ähnlich, wie das Banken heute mit den Kundengeldern machen.
Ein Eintrag im Soll bedeutete «deve dare» bzw. «er/sie SOLL geben».
Ein Eintrag im Haben bedeutete «deve avere» bzw. «er/sie muss HABEN (erhalten)»
Was ist ein Buchungssatz?
Jeder einzelne Geschäftsfall wird in der Buchhaltung mit einem Buchungssatz erfasst. Ein Buchungssatz besteht im Wesentlichen aus 5 Teilen:
- Datum
- SOLL
(auf welchem Konto wird der Betrag auf der SOLL-Seite eingetragen?) - HABEN
(auf welchem Konto wird der Betrag auf der HABEN-Seite eingetragen?) - Betrag
- Text: eine kurze Beschreibung des Geschäftsfalls
Dazu zwei Beispiele, ohne den Anspruch, dass diese bereits verstanden werden sollen:
- Geschäftsfall:
Im Laden wird ein Produkt verkauft, der Kunde bezahlt Fr. 100 bar:
Buchungssatz:
Kasse an Warenertrag | 100.00 | Verkauf Produkt - Geschäftsfall:
Die Rechnung für die Fahrzeugversicherung trifft ein, Fr. 500:
Buchungssatz:
Fahrzeugversicherung an Verbindlichkeiten L&L | 500.00 | Versicherung PW